Geistlicher Tag für alle Engagierten in der Flüchtlingsarbeit

Geistlicher Tag für alle Engagierten in der Flüchtlingsarbeit

Samstag, 19. März 2016
10 – 16 Uhr in Köln
mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Weihbischof Ansgar Puff
Alle Engagierten sind herzlich eingeladen!

Informationen
Dr. Burkhard R. Knipping
Tel. 0221 1642 1268

Ablauf des Tages

  • 10 Uhr Wortgottesfeier in der Kirche St. Gereon, Gereonstraße, 50670 Köln; Leitung: Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki
  • 11:00 Uhr  Maternushaus, Kardinal-Frings-Straße 1, Köln, Einfinden bei Kaffee / Tee
  • 11:30 Uhr  Impulse im Dialog durch Weihbischof Ansgar Puff
  • 12:45 Uhr  Mittagspause mit Imbiss
  • 13:45 Uhr – 15:30 Uhr  Geistliche Angebote und Workshops nach Wahl (siehe unten)
  • 15:45 Uhr Abschluss und Segen mit Weihbischof Ansgar Puff
  • 16:00 Uhr Ende des Geistlichen Tages

Moderation: Melanie Wielens

Geistliche Angebote und Workshops am Nachmittag:

1. Bibelgespräch

Aufbrechen, Heimat suchen, Geborgenheit schenken…- Das sind Erfahrungen unserer Zeit und unseres Engagements, aber auch Situationen, die Menschen weit vor uns erlebt und glaubend gedeutet haben. Gemeinsam lesen wir biblische Texte, die von der Suche nach Heimat, der Hoffnung eines Neuanfangs und den Problemen des Ankommens erzählen. Wir machen uns auf die Suche nach Zeichen der Hoffnung und des Verstehens, bringen unsere eigenen Erfahrungen mit den Schrifttexten ins Gespräch und fragen nach Gottes Spuren in den alltäglichen Begegnungen mit unseren Nächsten.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Kristell Köhler, Beauftrage für Jugendpastoral in Köln und im Rhein-Erft-Kreis, CRUX Köln

2. Bibelteilen

In sieben Schritten nähern sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Heiligen Schrift, um die persönliche Bedeutung eines ausgewählten Textes der Bibel zu entdecken.

Gemeinsames Lesen, Zeit für eigenes Nachdenken und Schweigen gehen dem Mitteilen eigener Eindrücke voraus. Die Gruppenmitglieder werden einander zuhören und jede/r lässt sich von den Worten der anderen anregen. Abschließend wird gemeinsam gefragt, was dieser Schrifttext für das eigene, für das gemeinsame Handeln in der Flüchtlingsarbeit und für die Gemeinschaft bedeutet. Ein Gebet schließt das Bibelteilen ab.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Pastoralreferent Josef Schäfers, Regionalreferent in der Gemeindepastoral, Köln

3. Bibliolog. Im Namen einer biblischen Gestalt sprechen

Gemeinsam eine biblische Geschichte „von innen her“ erkunden und entdecken – das ist Bibliolog. Die Teilnehmenden versetzen sich dabei in die biblischen Gestalten hinein. Sie können aus deren Sicht und in deren Namen einen Gedanken, eine Idee, ein Gefühl, o.ä. laut äußern. Dadurch wird der Text in seiner Vielseitigkeit lebendig und seine Bedeutung für das Leben und den Alltag heute erfahrbar.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Marianne Bauer, Referentin für religiöse Jugendbildung, Jugendliturgie, -katechese und -spiritualität, Generalvikariat des Erzbistums Köln

4. Bibliodrama. Eine biblische Gestalt im ‚Spiel‘ erleben

Wenn wir uns im Bibliodrama in Rollenspielen oder Gebärden auf die Erzählungen einlassen, können wir über das Textverständnis hinaus viel eher erfahren, inwiefern die Geschichten der Bibel uns selbst angehen.

Die Teilnehmer wählen aus dem gelesenen Text aus, welche Rolle darin sie am meisten anspricht und spielen sie in einem gemeinsamen Spiel auf der Grundlage des Bibeltextes. Der gemeinsame Austausch nach dem Spiel lässt nicht selten staunen: Warum habe ich mir diese Rolle ausgesucht? Wie war es, mich einmal in einer ganz anderen, vielleicht einer Wunschrolle zu erleben? Wie und wo ist mir Gott darin begegnet?

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Sylvia Dörnemann, Dipl.-Theologin, Bibliodramaleiterin, Bonn

5. Exerzitien auf der Straße

Inmitten der Wüste, im alltäglichen Tun des Schafe-Hütens, aus einem brennenden Dornenbusch sagt Gott zu Mose: „Der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ (Ex 3,5) Darum ist zu hoffen, dass es vielerorts und damit auch auf den Straßen einer Stadt möglich ist, das Heilige zu erfahren, eine Spur zu Gott zu finden oder seine Nähe zu ahnen.

Am Geistlichen Tag werden die Teilnehmenden in die Übung der „Exerzitien auf der Straße“ eingeführt. Danach geht ein/e jede/r für eine individuelle Besinnungsübung in die Stadt. Abschließend wird die Übung gemeinsam reflektiert.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Martin Bartsch, Pastoralreferent in der Ehepastoral, Köln

6. Let's sing. Spirituelle Lieder über Frieden und Gerechtigkeit

Gemeinsam zu singen, bringt das Herz in Schwingung und schenkt Freude. Inspirierend wirken die Melodien und die Lied-Texte. Am Geistlichen Tag wird das Thema Frieden und Gerechtigkeit mit Liedern aus verschiedenen Genres beleuchtet – mit der Unterstützung einiger Sängerinnen und Sängern des Chores A cappella Kürten.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Stefan Barde, Seelsorgebereichsmusiker an St. Marien Kürten, Musiklehrer an der Gesamtschule Kürten

7. Meditatives Tanzen

Durch die Bewegung zur Musik und geführt von der Musik werden die Tanzenden in eine ruhige Stimmung versetzt; ihr Körper entspannt. Leib und Seele werden angeregt, und es entsteht ein innerer Raum für Eindrücke und Gedanken. Diese werden durch Impulse – biblische Texte oder die Musiktexte – verstärkt.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Dorothee Esser-Glagow, Dipl.-Sozialpädagogin, Leiterin für Meditativen Tanz, Geistliche Begleiterin, Meckenheim

8. Meditatives Bogenschießen

Meditatives Bogenschießen verlangt gutes Standvermögen, eine Aufmerksamkeit des Auges und ein Gespür für den richtigen Moment. Der gesamte Körper muss Spannung und Entspannung zulassen können. ‚Meinen Stand finden, mein Ziel nehmen, Spannung aufbauen und loslassen‘ – das können wir für die Reflexion auf unsere Arbeit in den verschiedenen Initiativen hin nutzen.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Bernward Siemes, Theologe, Sportpädagoge, Vorsitzender des DJK-Sportverbandes Diözesanverband Köln

9. Spirituelle Domführung

Die gewaltigen Fensterflächen im Dom bestimmen als farbig leuchtende Wände den ersten Eindruck des in die Höhe und Weite strebenden Innenraums. Der Bedeutung des Lichts für den gotischen Kirchenbau und der Bildersprache der Fenster vom Mittelalter bis zur Gegenwart wird in einem meditativ angelegten Rundgang durch den Dom nachgegangen.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Harald Schlüter, Dipl.-Theologe, stellv. Leiter des Domforums, Köln

10. Aufmerksam Fotografieren

Der Fotografierende will die ‚gute‘ Seite seines Foto-Objektes und den richtigen Blickwinkel finden. Mit großer Aufmerksamkeit und viel Sympathie betrachtet er seinen Bildgegenstand.

An dieser inneren Einstellung wollen wir arbeiten und sie uns zu eigen machen, um sie auch zu einer Einstellung für unser Engagement werden zu lassen.

Für das Geistliche Angebot sind keine Fotografie-Kenntnisse notwendig. Als Kamera nutzen wir unsere Handys / Smartphones.

Leiter des geistlichen Angebotes:
Bernhard Raspels, Redakteur der Kirchenzeitung im Erzbistum Köln

11. Kreativ Schreiben

Wer Erlebnisse aufschreibt und Begegnungen skizziert, erfährt das Gewesene erneut und reflektiert es zugleich. Die Technik des „Kreativen Schreibens“ intensiviert diesen Prozess des Aufmerkens und Bewusstwerdens.

Im geistlichen Angebot „Kreativ Schreiben“ werden wir über unser Engagement in der Flüchtlingsarbeit schreiben, und dadurch bemerken, wie bedeutsam dieses Engagement für uns ist und wie sehr es das spirituelle Leben eines/r jeden von uns belebt.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Andrea Schoder, Dipl.-Päd., Kulturgeragogin, Kunsttherapeutin, Hilden

12. Kreativ Malen

Eindrücke und Gefühle lassen sich manchmal über das Malen leichter wiedergeben als über das Sprechen. Das Malen macht uns selbst und anderen unsere Empfindungen zugänglicher, weil es Empfindungen ‚verbildlicht‘.

Mit einer besonderen Druck-Technik (Flachdruck) werden wir künstlerische Ausdruckformen finden, die auch für Anfänger/innen geeignet sindn und mit denen wir darstellen können, was uns innerlich beschäftigt in der Flüchtlingsarbeit.

Leiterinnen des geistlichen Angebotes:
Irene Gantke, Kunstpädagogin und Künstlerin, Meckenheim

Ute Aldenhoff, Altenpastoral, Generalvikariat des Erzbistums Köln

13. Den Anderen wahrnehmen – nach Madeleine Delbrêl

„Geht in euren Tag hinaus ohne vorgefasste Ideen, ohne die Erwartung von Müdigkeit, ohne Plan von Gott, … brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist …“ (Madeleine Delbrêl)

Poetin – Sozialarbeiterin – Mystikerin: das sind nur drei der vielen Attribute, die Madeleine Delbrêl auszeichnen. Die ursprünglich überzeugte Atheistin und spätere Christin lebte von 1904-1964 und zeichnete sich u.a. dadurch aus, dass sie in den schweren Kriegs- und Nachkriegszeiten mit den Kommunisten in Frankreich zusammenarbeitete – zugunsten der Menschen, die vom Schicksal benachteiligt waren.

Das geistliche Angebot stellt Biographie und Gedanken von M. Delbrêl vor – zum Kennenlernen und als Anregung für uns heute.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Dr. Hedwig Lamberty, Referentin für Frauenpastoral, Generalvikariat des Erzbistums Köln

14. Gott und Allen zugewandt – nach Franz von Assisi

Aus einem Schöngeist, der sich vor allem Hässlichen und vor Kranken ekelte, wurde der Mensch, der die Verbundenheit mit Gott, den Menschen, den Tieren und der ganzen Schöpfung suchte, fand und verkörperte:

Franz von Assisi gelang eine innere Veränderung, weil er seine Angst überwand und die Berührung von Menschen wagte. Seine Zuwendung zu Christus gab ihm die Liebe und die Kraft dazu.

Ein Gebet, das Franz von Assisi immer wieder murmelte, wird unsere gemeinsame Betrachtung und unseren Austausch leiten und uns Impulse zu unserem Engagement in der Flüchtlingsarbeit geben. Ein Satz aus diesem Gebet lautet: „gib mir eine Hoffnung, die Halt gibt, eine Liebe, die Maß nimmt an der Liebe zu Jesus Christus“.

Das Gebet möchte Sie verlocken, etwas über Franziskus, sein Leben und die Aktualität seines Handelns in unserer heutigen Zeit zu erfahren. Vielleicht können Sie sogar seine Erfahrung mit Ihrem eigenen Handeln in Verbindung bringen.

Leiterin des geistlichen Angebotes:
Gertrud Brück-Gerken, Theologin, Geistliche Begleiterin, Dipl. Sozialarbeiterin, Köln

15. Ermutigung zur Begegnung mit Muslimen

Religionen, besonders der Islam, werden von einem größer werdenden Teil der Bevölkerung als Quellen der Gewalt und Flüchtlinge nur noch als „Problemfälle“ gesehen. Dialog und Begegnung mit Muslimen werden als „blauäugig“ bezeichnet und der Einsatz für Flüchtlinge wird abgelehnt oder argwöhnisch betrachtet.

In diesem „Geistlichen Angebot“ sollen gute Gründe für Dialog und Begegnung mit Menschen anderer kultureller Herkunft und religiöser Beheimatung aufgezeigt und Quellen einer Spiritualität und Nächstenliebe des ‚Trotzdem‘ erschlossen werden.

Was sind meine eigenen Fragen und Unsicherheiten? Was trägt mich in meinem Engagement? Was gibt mir Mut?

Leiter des Workshops:
Dr. Werner Höbsch, Referent für interreligiösen Dialog, Generalvikariat des Erzbistums Köln

16. Mit Flüchtlingen Gottesdienst und Andachten feiern

Liturgie und Leben gehören zusammen. So kann man weder in den regulären Gottesdiensten davon absehen, dass wir eine Flüchtlingsproblematik haben. Noch kann man mit Flüchtlingen Gottesdienst feiern, ohne zu berücksichtigen, in welcher Situation sie stehen. Doch wie kann das gehen? Der Workshop wird schwerpunktmäßig überlegen, welche Gottesdienstformen sich für die Feier mit Flüchtlingen eignen. Daneben sollen die Erfahrungen der Teilnehmer – mit Flüchtlingen und mit dem Gemeindegottesdienst – nicht aus dem Blick geraten.

Leiter des Workshops:
Prof. Dr. Alexander Saberschinsky, Referent für Liturgie, Generalvikariat des Erzbistums Köln, Köln

17. Und die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einer des anderen Freund. „Geschwisterlichkeit“ in Bibel und Koran

Das Miteinander der Menschen (gleichen Glaubens) ist in der Bibel und im Koran ein wichtiges Thema; die Beziehung zu Gott ist beiden Religionen ein zentrales Anliegen. Diese Geschwisterlichkeit in vielen Gedanken, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sollen im Workshop dargestellt und besprochen werden.

Leiterin des Workshops:
Melanie Miehl, Vorstandsmitglied der Christlich-Islamischen Gesellschaft e.V., Köln

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Eine Kinder-Betreuung wird von 09:30 bis 16:15 Uhr angeboten. Bitte teilen Sie uns Ihren Betreuungswunsch mit: Wie viele Kinder möchten Sie betreuen lassen? Inw elchem Alter sind diese Kinder?

Die Teilnahme am „Geistlichen Tag der Aktion Neue Nachbarn“ ist beitragsfrei. Für Ihr leibliches Wohl wird gesorgt.

Bilder vom Geistlichen Tag

Titelbild: Trueffelpix/fotolia.com, Veranstaltungsfotos: PEK