Arbeitsmarkt

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Integration in den Arbeitsmarkt

Arbeit ist ein Menschenrecht und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. Die Gesetzeslage zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ist in den letzten Jahren deutlich vereinfacht worden. Dennoch sind erhebliche Hindernisse für eine faire Teilhabe an guter Erwerbsarbeit in Deutschland geblieben. Hier unterstützt die „Aktion Neue Nachbarn“.

In zahlreichen katholischen Diensten und Einrichtungen unterstützen bereits viele berufliche Fachkräfte die Integration von Geflüchteten in den Arbeit und Ausbildung mit professionellen Beratungs- und Qualifizierungsangeboten. Ihre Arbeit wird nun innerhalb der „Aktion Neue Nachbarn“ noch besser vernetzt und mit neuen Initiativen zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements sowie der gezielten Beratung kirchlicher Arbeitgeber verbunden.

Aktuelles

Aktuelle Veranstaltungen, die die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen im Allgemeinen und die beiden Projekte im Besonderen berühren:

Anmeldung und Informationen:
Alexander Gabriel, Projektreferent
Tel: 0221 2010 103
alexander.gabriel@caritasnet.de

  • Donnerstag, 26. Januar 2017, 12:30 – 18 Uhr
    Auftaktveranstaltung des Arbeitgeberservice-Projektes „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!“
    im Internationalen Caritas-Zentrum, Köln-Sülz
    Einladungsflyer (PDF)
    Anmeldung (PDF)

 

Jobpatenschaften-Projekt: Neue Nachbarn - auch am Arbeitsplatz

Jobpatenschaften-Projekt: Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz

Hintergrund

  • Zu einem würdevollen Leben für Flüchtlinge im Erzbistum Köln gehört die Chance auf faire Teilhabe an guter Erwerbsarbeit.
  • Nachhaltige Hilfe gelingt vor allem durch breite gesellschaftliche Zusammenarbeit.
  • Die rechtlichen Möglichkeiten für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt haben sich erheblich verbessert. Faktisch benötigen viele Flüchtlinge aber über die Dienstleistungen der öffentlichen Stellen hinaus erheblich intensivere und persönlichere Unterstützung bei der beruflichen Neu- und Umorientierung.
  • Die ehrenamtlichen Netzwerke in der Flüchtlingshilfe leisten Großartiges. Sie sind im Bereich der Ersthilfen und der Willkommenskultur schon sehr vielfältig engagiert. Die Potentiale, die  in diesen Netzwerken für eine Unterstützung der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt liegen, sind jedoch noch nicht voll erschlossen.
  • Jobpaten-Modelle sind auch in vielen anderen Bereichen bereits erfolgreich im Einsatz.

Ziele

  • In jeder Region des Erzbistums Köln für mindestens zehn und im Erzbistum Köln insgesamt für mindestens 300 Flüchtlinge einen ehrenamtlichen Jobpaten/eine ehrenamtliche Jobpatin zu gewinnen
  • In jeder Region des Erzbistums Köln mindestens eine und im Erzbistum Köln insgesamt mindestens 30 Veranstaltungen zum Thema „Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“ mit Ehrenamtlichen, örtlichen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Flüchtlingen durchzuführen

Umsetzung

  • Das Projekt „Neue Nachbarn auch am Arbeitsplatz“ ist am 1. Mai 2016 gestartet und endet am 30. April 2019.
  • Mit Janine Bongard konnte eine kompetente Projektreferentin gewonnen werden, die über ein abgeschlossenes Studium der Sozialarbeit sowie einer Weiterbildung als Mediatorin und über Berufs- und Praxiserfahrungen u.a. als Bildungsreferentin beim DPSG-Diözesanverband Essen verfügt.
  • Das Projekt „Neue Nachbarn auch am Arbeitsplatz“ wird von der Aktion Mensch gefördert.

Ansprechpartnerin

Janine Bongard, Projektreferentin
Tel: 0221 2010 237
janine.bongard@caritasnet.de

Auftaktveranstaltung

Bei der Auftaktveranstaltung zum Projekt wurden erste Jobpatinnen und Paten vorgestellt und für ihr Engagement geehrt:

Willi Rauschenberg, 68, aus Kaarst: Als Willi Rauschenberg Anfang 2016 in den Ruhestand ging, suchte der frühere Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes eine sinnvolle Aufgabe. Er fand sie unter anderem in der Flüchtlingsarbeit und betreut inzwischen vier syrische Brüder im Alter zwischen 15 und 30 Jahren. Während es zunächst um die Vermittlung der Sprache ging, haben sich mit der Zeit ganz unterschiedliche Bedürfnisse herauskristallisiert. Für den zweitältesten der Brüder, den 21-jährigen Bilal, ist er mittlerweile zum Jobpaten geworden: Er hat ihm einen Praktikumsplatz als Friseur besorgt, ein Handwerk, das Bilal bereits in seiner Heimat erlernt hatte. „Man muss an viele Türen klopfen und oft auch Vorbehalte überwinden“, so Willi Rauschenberg. Zugleich muss er seinen Schützlingen vermitteln, was im Arbeitsalltag in Deutschland gefragt ist.

Alfons Kelz, 66, aus Bonn: Alfons Kelz engagiert sich seit dem Sommer 2014 in der Flüchtlingsarbeit. Gemeinsam mit seiner Frau beteiligte er sich zunächst an einem Begegnungscafé für Menschen, die in einer Flüchtlingsunterkunft in seiner Nachbarschaft leben. Dort musste er feststellen, dass die Besucher nicht nur Gemeinschaft suchen, sondern auch große Nöte und Sorgen mitbringen, die viel mit organisatorischen Fragen zu tun haben: Wie finde ich einen Kindergartenplatz? Wie komme ich an eine Wohnung? Wie lassen sich berufliche Perspektiven entwickeln? Hier hilft der Ruheständler, der früher bei einer Sparkasse beschäftigt war, ganz konkret bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen. „Ich habe seither sehr viel Zeit im Jobcenter verbracht“, sagt Alfons Kelz.

Magdalena Trockel-Schroers, 56, aus Bonn: Die selbstständige Hausverwalterin hat zunächst eine Alphabetisierungsgruppe in einem Flüchtlingsheim in ihrer Nachbarschaft angeboten, betreute dort überwiegend Männer aus Afghanistan. Schnell gelangte sie zu der Frage: „Wie geht es weiter mit ihnen?“ Sie begleitete die Geflüchteten bei Besuchen im Jobcenter und anderen Behördengängen. Einem jungen Mann konnte sie so helfen, einen Platz in einer Maßnahme zur beruflichen Orientierung zu finden, einen anderen in einer internationalen Klasse am Berufskolleg unterbringen. „Es sind die Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, denen ich gern helfen möchte“, erklärt Magdalena Trockel-Schroers ihr Engagement.

 

Arbeitgeberservice-Projekt: „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!“

Projekt: „Arbeitgeberservice-Projekt: „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!““

Hintergrund

  • Im Erzbistum Köln gibt es eine Fülle von katholischen Organisationen und Institutionen, die selbst als Arbeitgeber Flüchtlinge beschäftigen könnten (Pfarreien, Verbände, Gesellschaften, Orden etc.).
  • Das Erzbischöfliche Generalvikariat hat mit der Einstellung von zwei jungen Flüchtlingen als Auszubildende im Sommer 2015 bereits vorbildlich Haltung gezeigt. Nun sollen weitere kirchliche Arbeitgeber dazu motiviert und darin unterstützt werden, dem guten Beispiel zu folgen und gezielt Flüchtlinge einzustellen.
  • Die Arbeitsagenturen sind mit der Beratung von Arbeitgebern und Vermittlung von Geflüchteten stark ausgelastet. Das Projekt kann hier ansetzen und im innerkirchlichen Bereich zu einer wichtigen Anlaufstelle für Personalverantwortliche werden.

Ziele

  • Innerhalb von drei Jahren bei kirchlichen Arbeitgebern im Erzbistum Köln 100 reguläre (also sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte) Ausbildungs- oder Arbeitsplätze mit Flüchtlingen zu besetzen.
  • Einen spezifischen Beratungsservice für kirchliche und caritative Arbeitgeber im Erzbistum Köln aufbauen­.
  • Sensibilisierung und interkulturelle Öffnung des kirchlichen Arbeitsmarktes

Umsetzung

  • Das Projekt „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!“ ist ebenfalls am 1. Mai 2016 gestartet und endet am 30. April 2019.
  • Zur Realisierung der Projektziele ist eine halbe Projektstelle eingerichtet worden, die seit dem 1. Juni 2016 mit Herrn Alexander Gabriel besetzt ist. Herr Gabriel verfügt über ein abgeschlossenes Studium der Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie und hat bereits vielfältige, auch internationale Praxiserfahrung in den Bereichen Migration, Flüchtlingsarbeit und Personalvermittlung.

Ansprechpartner

Alexander Gabriel, Projektreferent
Tel: 0221 2010 103
alexander.gabriel@caritasnet.de

Dokumentation: Fachtag zur Integration Geflüchteter in Arbeit und Ausbildung

zusammen:arbeiten. Geflüchtete in Arbeit und Ausbildung integrieren – Herausforderungen und Perspektiven

Dokumentation: Fachtag zur Integration Geflüchteter in Arbeit und Ausbildung

Damit das Zusammenleben in unserer Gesellschaft auch langfristig bunt und vielfältig, demokratisch und tolerant gelingt, entwickelt sich die Willkommenskultur zur Integrationskultur weiter. Die faire und gleichberechtigte Teilhabe Geflüchteter an Arbeit und Ausbildung gehört dazu!

Fachtag zusammen-arbeiten-1

Ziel des ‚Fachtages zur Integration Geflüchteter in Arbeit und Ausbildung‘ am 28. April 2016 war es,  Menschen zusammen zu bringen, die in der Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln engagiert sind; insbesondere Personen, zu deren Aufgaben die Arbeitsmarktintegration oder die Ehrenamtskoordination gehören. Es sollte Mitarbeitenden aus möglichst allen Regionen und verschiedenen Organisationen ermöglicht werden, mehr über die  Praxis in den unterschiedlichen Diensten und Einrichtungen zu erfahren, voneinander zu lernen und miteinander neue Ideen zu entwickeln. Außerdem wollte die ‚AG zusammen:arbeiten‘ den Austausch mit externen Gesprächspartnern aus Politik und Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung forcieren.

Gute Resonanz

An dem Fachtag nahmen 85 überwiegend beruflich engagierte Fachleute teil, davon 74 aus dem Erzbistum Köln, 11 aus anderen Bistümern NRWs oder bundesweiten Partnerorganisationen (Deutscher Caritasverband, Bundesinstitut für Berufsbildung). Gut die Hälfte der Teilnehmenden kam aus Mitgliedsorganisationen der verbandlichen Caritas, die andere Hälfte aus dem Kreis der katholischen Jugendagenturen, des Kolpingverbands, des BDKJ oder aus katholischen Pfarreien.

Programm des Fachtages

Am Vormittag standen Fachreferate zu Lebenslagen und Potentialen der Flüchtlinge und zu den rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der Arbeitsmarktintegration Geflüchteter  auf dem Programm. Am Nachmittag gaben diverse Gesprächspartner in Kleingruppen Einblick in ihre Arbeit, etwa im Berufsförderungswerk der Bauindustrie, der IHK und der Arbeitsagentur Köln, im Bildungsbüro des Oberbergischen Kreises, in der Personalentwicklung im Erzbischöflichen Generalvikariat und in Projekten des Sozialdienstes katholischer Frauen Wuppertal oder des Jugendmigrationsdienstes Rhein-Erft. Eine biblische Ermutigung von Pfarrer Matthias Schnegg rundete den Tag auch spirituell ab.

Links:

Informationen und Links zur Arbeitsmarktintegration

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